Frau friert unter einer Decke, Thermometer an der Wand zeigt normal

Warum der TSH-Wert allein nicht ausreicht

Sie haben Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Frösteln oder innere Unruhe und lassen Ihre Schilddrüse untersuchen. Das Ergebnis: Der TSH liegt im Normbereich. Damit gilt Ihre Schilddrüse oft als „unauffällig“.

Doch in vielen Fällen wurde nur ein einziger Wert gemessen: der TSH. Und der allein reicht nicht aus, um Ihre Schilddrüse wirklich zu beurteilen.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was der TSH-Wert aussagt, wo seine Grenzen liegen und welche Blutwerte für eine aussagekräftige Schilddrüsendiagnostik dazugehören.

Was Sie in diesem Artikel erfahren

Was der TSH-Wert tatsächlich aussagt

Der TSH-Wert wird in der Schulmedizin häufig als Hauptmarker für die Schilddrüsenfunktion verwendet. Dabei wird ein entscheidender Punkt übersehen: Der TSH ist kein Schilddrüsenhormon, sondern ein Steuerhormon aus der Hypophyse. Das sagt schon der Name: Thyreoidea-stimulierendes Hormon (Thyreotropin).

Der TSH zeigt, welches Signal vom Gehirn an die Schilddrüse gesendet wird. Er zeigt nicht, wie viele Schilddrüsenhormone tatsächlich gebildet werden und wie gut Ihre Zellen damit versorgt sind.

Wichtig: Der TSH ist ein Steuerwert und kein Wirkungswert.

Wie der Schilddrüsen-Regelkreis funktioniert

Der Regelkreis verläuft vereinfacht so: Der Hypothalamus im Gehirn gibt ein Signal an die Hypophyse, die Hypophyse schüttet TSH aus, und TSH regt die Schilddrüse zur Produktion der Schilddrüsenhormone T4 und T3 an.

Sind genug Schilddrüsenhormone im Blut, sinkt der TSH. Sind es zu wenige, steigt er. Deshalb wird der TSH gern als Suchtest verwendet.

Das funktioniert aber nur, wenn der Regelkreis selbst intakt ist. Ist die Steuerung im Gehirn gestört oder verändert sich die Schilddrüse langsam, kann der TSH unauffällig bleiben, obwohl bereits ein Problem besteht.

Warum der TSH-Wert allein nicht ausreicht

Am TSH allein können wir nicht erkennen:

  • ob die Schilddrüse die Hormone tatsächlich herstellt und ausschüttet
  • ob genug aktives Hormon T3 zur Verfügung steht
  • ob eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto oder Morbus Basedow vorliegt
  • ob die Ansteuerung durch Hypothalamus und Hypophyse funktioniert

Die eigentlichen Schilddrüsenhormone sind:

  • Thyroxin (T4): das Speicherhormon
  • Trijodthyronin (T3): das stoffwechselaktive Hormon

Erst wenn diese Werte zusammen mit dem TSH betrachtet werden, ergibt sich ein aussagekräftiges Bild.

Ein Beispiel aus dem Labor

  • TSH: 1,1 mIU/l (Normbereich ca. 0,4 bis 4,0)
  • fT4: 0,8 ng/dl (Normbereich ca. 0,9 bis 1,7)
  • fT3: 1,8 pg/ml (Normbereich ca. 2,0 bis 4,4)

Wäre hier nur der TSH bestimmt worden, hätte es geheißen: „Alles in Ordnung.“ Tatsächlich liegen aber beide Schilddrüsenhormone unter dem Normbereich.

Das ist ein Hinweis auf eine sogenannte sekundäre oder tertiäre Schilddrüsenunterfunktion. Das bedeutet: Die Schilddrüse wird vom Gehirn nicht ausreichend angesteuert und bildet deshalb zu wenig Hormone, obwohl der TSH normal aussieht.

Welche Schilddrüsenwerte bestimmt werden sollten

Für eine aussagekräftige Beurteilung Ihrer Schilddrüse gehören neben dem TSH dazu:

  • fT4 (freies Thyroxin): zeigt, wie viel Speicherhormon frei verfügbar ist
  • fT3 (freies Trijodthyronin): zeigt, wie viel aktives Hormon frei verfügbar ist
  • TPO-Antikörper und Tg-Antikörper: geben Hinweise auf Hashimoto-Thyreoiditis
  • TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper): bei Verdacht auf Morbus Basedow

Je nach Beschwerden kann es außerdem sinnvoll sein, Nährstoffe wie Selen, Zink, Eisen und Jod zu bestimmen, die für die Schilddrüse wichtig sind.

In meiner Praxis bestimme ich diese Werte im Rahmen der Labordiagnostik Blut. Eine Übersicht finden Sie unter Laborwerte & Preise.

Was bedeutet das für Sie?

Wenn bei Ihnen nur der TSH bestimmt wurde und Ihre Beschwerden bestehen bleiben, lohnt es sich, die vollständigen Schilddrüsenwerte untersuchen zu lassen.

Und wenn auch TSH, fT3 und fT4 im Normbereich liegen und es Ihnen trotzdem nicht gut geht? Dann liegt die Ursache häufig im Zusammenspiel mit anderen Organen. Mehr dazu lesen Sie in meinem Artikel Schilddrüsenwerte normal, aber Ihnen geht es nicht gut.

Häufige Fragen (FAQ)

Reicht der TSH-Wert zur Kontrolle der Schilddrüse aus?

Nein. Der TSH ist ein Steuerhormon aus der Hypophyse und zeigt nicht, wie viele Schilddrüsenhormone tatsächlich gebildet werden. Dafür braucht es zusätzlich fT3 und fT4.

Welche Werte gehören zu einer vollständigen Schilddrüsendiagnostik?

TSH, fT4 und fT3, dazu die Antikörper TPO-AK und Tg-AK bei Verdacht auf Hashimoto sowie TRAK bei Verdacht auf Morbus Basedow.

Kann ich Hashimoto haben, obwohl mein TSH normal ist?

Ja. Gerade am Anfang kann der TSH noch lange unauffällig sein. Erhöhte Antikörper zeigen die Autoimmunerkrankung oft früher.

Was ist der Unterschied zwischen fT3 und fT4?

fT4 ist das freie Speicherhormon, fT3 das freie, stoffwechselaktive Hormon. Ihr Körper wandelt T4 bei Bedarf in T3 um.

Wenn Sie Ihre Schilddrüsenwerte vollständig untersuchen lassen möchten:

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Mit besten Grüßen für Ihre Gesundheit, Ihre Heilpraktikerin Lena Brauer

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