Unsere Erinnerungen liefern unserem Gehirn Informationen, wie es in der Gegenwart und Zukunft handeln soll
Gesunde Reaktion unseres Bauchhirn – Gehirn
Das bedeutet: Wenn es jemandem nach einem Essen mal schlecht ging, z.B. nach einer Fischvergiftung, dann wird er vermutlich erst mal keinen Fisch mehr essen.
Erst mal nicht schlimm…

Wenn es uns mal schlecht geht nach dem Essen, ist das in Ordnung. Es kann passieren, dass wir in dem Moment so viel Angst haben, dass unser Gehirn das als Erinnerung abspeichert, dass dieses Essen in dieser Situation nicht gut war – also beim nächsten Mal Vorsicht.
Sollte das aber häufiger passieren, fragt unser Gehirn nach, ob die Situation so schon mal war. Wenn ja, dann kann es passieren, dass es wieder schlecht geht, und dann kann es zu einer Konditionierung kommen.
Ist eine Komponente anders – eine liebe Freundin ist dabei oder man ist in einem anderen Lokal –, kann alles gut gehen.

Eine Störung der Darm-Gehirn-Achse kann zu chronischen Magen-Darm-Störungen führen wie:
- Reizdarm
- Reizmagen
- Verstopfung, Durchfall
- Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen
- Histaminunverträglichkeit
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien
Was ist das Bauchhirn?
Das Bauchhirn, Darmhirn – früher hieß es einfach nur unser gutes altes Bauchgefühl. Das Darmhirn ist jetzt in den Fokus der Wissenschaft gerückt, und das gut. Diese Erkenntnisse daraus können Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen, die als funktionell galten wie Reizdarm oder Reizmagen, helfen.
In der Naturheilkunde war ein gesunder Darm schon immer sehr wichtig und ein gutes Bauchgefühl auch.
In diesem Artikel geht es aber erstmal um die Anatomie und welche Aufgaben unser Bauchhirn – Darmhirn hat. Keine Sorge, es wird nicht allzu trocken – naja, ein bisschen vielleicht.
Kurzer Ausflug in die Anatomie – das menschliche Nervensystem
Das menschliche Nervensystem wird in verschiedene Systeme unterteilt, aber nur auf dem Papier – in Wahrheit ist es ein wenig komplizierter.
- zentrales Nervensystem (ZNS) besteht aus Gehirn und Rückenmark
- peripheres Nervensystem (PNS): die Nerven, die sich immer weiter im Körper verzweigen
- somatisches Nervensystem (willkürliches Nervensystem)
- vegetatives Nervensystem (unwillkürliches Nervensystem): Sympathikus und Parasympathikus
- enterisches Nervensystem (ENS) – Bauchhirn, Darmhirn
Somatisches Nervensystem – willkürlich arbeitend
Das Somatische Nervensystem arbeitet willkürlich, wie z.B. beim Laufen oder Singen. Wir können damit bewusst etwas wahrnehmen wie Hören, Sehen, Geruch, Geschmack, Tasten, und wir können unsere Bewegung steuern. Es nennt sich zwar willkürlich, aber das ist trügerisch: Wir können unsere Augen schließen, um nicht mehr zu sehen, oder unsere Ohren zuhalten, um nichts mehr zu hören, bei Geschmack und Geruch gibt es jedoch Grenzen.
Das merken wir sehr schnell bei verdorbenen Speisen – die spucken wir sofort aus, oder der Geruch warnt uns schon. Das ist übrigens ein Reflex, den wir nicht bewusst steuern.

Das vegetative Nervensystem
Das vegetative Nervensystem ist das unwillkürlich arbeitende Nervensystem. Es regelt z.B. die Atmung, den Herzschlag und die Verdauung. Das vegetative Nervensystem, auch autonomes Nervensystem genannt, wird unterteilt in Sympathikus und Parasympathikus.
Der Sympathikus und die Verdauung
Der Sympathikus ist unter anderem wichtig, wenn wir schnell reagieren müssen, weil unser Leben davon abhängt. Früher war es der Säbelzahntiger, heute kann es z.B. ein Auto sein, das wir beim Überqueren der Straße übersehen haben. Unser Körper reagiert, bevor wir es bewusst wahrgenommen haben.
Leider wird unser Sympathikus aber auch durch Stress und Angst aktiviert, und in der heutigen Zeit ist Stress ein Dauerthema und Ängste gibt es genug, z.B. Jobverlustangst, Ängste durch Reizüberflutung, Angst alleine zu bleiben.
Der Sympathikus hat auf unsere Verdauung folgenden Einfluss: Der Verdauungsvorgang wird gestoppt. Da im Gefahren- bzw. Stressmodus die Verdauung keine Priorität hat, wird die Durchblutung in den Verdauungsorganen gedrosselt zugunsten der Durchblutung der Muskeln. Die Verdauungssäfte wie Speichel, Bauchspeicheldrüsenenzyme und Gallensäure werden nicht mehr ausgeschüttet. Leider läuft die Produktion der Magensäure weiter, daher kommt es häufig zu Gastritis bei zu viel Stress.
Der Parasympathikus und die Verdauung
Der Parasympathikus ist unser Ruhenerv und Regenerationsnerv, obwohl das nicht ganz stimmt. Er heißt Ruhenerv, weil er am besten arbeiten kann, wenn wir uns ausruhen, und dabei regeneriert.
Ist der Parasympathikus aktiv, kann die Verdauung beginnen, die Durchblutung im Darm wird gesteigert, alle Verdauungssäfte werden in Massen produziert und ausgeschüttet. Die Durchblutung von Kopf und den großen Muskeln wird gedrosselt, daher können wir nach dem Essen nicht mehr so gut denken oder rennen.
Was der Parasympathikus leistet, kann man beim Fasten sehr schön erleben. Da wir beim Fasten keine Nahrung zu uns nehmen, kann sich unser Körper auf das Reparieren und Entgiften konzentrieren. Deshalb ist Ruhen so wichtig.
Was ist das Bauchhirn – Darmhirn?
Das Bauchhirn, Darmhirn ist das enterische Nervensystem (Entero = Darm) und befindet sich in der Speiseröhre und dem Magen-Darm-Trakt. Das Darmnervensystem besteht aus 400 bis 600 Millionen Nervenzellen. Das Darmhirn arbeitet mit den gleichen Neurotransmittern (Botenstoffen) wie unser Gehirn, die Funktionen können aber unterschiedlich sein. Ein Neurotransmitter, der im Gehirn stimulierend wirkt, kann im Darmhirn hemmend wirken und umgekehrt.
Deshalb Vorsicht bei Selbstmedikation mit Pflanzen und Aminosäuren, die auf die Neurotransmitter des Darmhirns wirken.
Das Darmnervensystem besteht unter anderem aus zwei Nervengeflechten, dem Plexus Auerbach und Meissner (Plexus = netzartige Verbindung), zwischen den Plexen gibt es auch zahlreiche nervale Verbindungen.
Plexus Auerbach (myentericus) befindet sich zwischen Ring- und Längsmuskelschicht und steuert Motilität und Peristaltik von Speiseröhre, Magen und Darm.
Plexus Meissner (submucosus) befindet sich zwischen Schleimhaut und Muskelschicht. Er steuert die Sekretion der Drüsen von Magen und Darm und reguliert die Bewegungen des Darmepithels und immunologische Vorgänge.
Motilität ist die nicht bewusst gesteuerte Bewegung des menschlichen Körpers und seiner Organe. Peristaltik ist die Bewegung des Magens und Darms, bei der durch Zusammenziehen und Loslassen der Muskulatur die Nahrung weitertransportiert wird.
Das Darmhirn besitzt wie unser Gehirn Neurone für die Sinneswahrnehmung, Interneurone und Motoneurone. Die Aufgaben sind:
- Sensorische Nerven registrieren (Sinneswahrnehmung): Wandspannung wie Dehnung, Druck und chemische Reize wie pH-Wert, Nährstoffe, Osmolarität und Zusammenpressen der Darmwand
- Interneurone: Verschaltung, Reflexschaltkreise zwischen den Nerven (zum Beispiel bei Durchfall oder Erbrechen)
- Motoneurone: Aktivität von Muskulatur, Schleimhaut, Blutgefäßen, Immunzellen
Das Erstaunliche ist, dass sich die Darmwand nach dem Zusammenpressen wieder in den ursprünglichen Spannungszustand bringt – was man sich therapeutisch bei der Viszeralen Osteopathie oder Bauchmassage zunutze macht.
Wie kommuniziert das Gehirn mit dem Bauchhirn – Darmhirn?
Es gibt zwei Kommunikationswege je nach Richtung: die Darm-Hirn-Achse (90 % der Kommunikation) oder die Hirn-Darm-Achse (10 % der Kommunikation). Das Darmhirn arbeitet überwiegend autonom. Es gibt nicht alle Reize sofort an das Gehirn weiter – das soll auch so sein, denn von der Verdauung sollen wir eigentlich nichts mitbekommen. Erst bei Störungen wie einer Magen-Darm-Grippe gibt es eine Meldung an das Gehirn. Bei Symptomen wie Reizdarm, Verstopfung oder Durchfall ist der Kommunikationsweg zum Gehirn wie eine Standleitung gelegt, was nicht gut ist, da wir dadurch jede Regung im Darm spüren und oft auch als Schmerz registrieren, durch die Dauerstimulation an das Gehirn.

Das vegetative Nervensystem, das Darmhirn, Hormone und Neurotransmitter sind an der Kommunikation der Darm-Hirn-Achse bzw. Hirn-Darm-Achse beteiligt:
Nerven Parasympathikus und Sympathikus:
- Der Vagusnerv ist der bekannteste parasympathische Nerv und entspringt dem Gehirn. Der Vagusnerv innerviert den oberen Verdauungstrakt bis zum Ileum und Anfang des Dickdarms.
- Der Pelvicus-Nerv entspringt dem Rückenmark und ist ebenfalls ein parasympathischer Nerv. Er innerviert Dickdarm, Rektum, Harnblase und Geschlechtsorgane.
- Der Splanchnicus-Nerv ist ein sympathischer Nerv.
Das Darmhirn – Bauchhirn arbeitet mit Hormonen wie Cholecystokinin, Gastrin, Leptin, Ghrelin u.a. und Neurotransmittern wie Serotonin, Noradrenalin, Adrenalin u.a.
Welche Aufgaben hat das Darmhirn – Bauchhirn?
Nach dem Schlucken übernimmt zum großen Teil das Bauchhirn – Darmhirn. Unser Darmhirn hat vielfältige Aufgaben:
- Peristaltik – es regelt den Transport der Nahrung
- Verdauung durch Sekretion von Verdauungssäften wie Magensäure, Enzyme und Galle – Zusammenspiel der Organe
- Motilität – die Eigenbewegungen unseres Magen-Darms
- Absorption – Aufnahme von Eiweißen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen, Mineralstoffen und Wasser
- lokale Durchblutung (Mikrozirkulation)
- Abwehrmechanismen – Immunsystem: 80–90 % des Immunsystems sitzen im Darm
- „Speichert Erinnerungen“
Viele Informationen gelangen über den Vagusnerv ins Gehirn, in die Kopfhirnregion, die für Emotionen zuständig ist – das sogenannte limbische System.
Das limbische System – beeinflusst Verdauung und Gefühle

Das limbische System besteht aus mehreren Strukturen unseres Gehirns. Es steuert die Funktionen:
- Gedächtnis
- Emotionen – Teil des limbischen Systems ist die Amygdala
- psycho- und lokomotorischer Antrieb
- vegetative Regulation der Nahrungsaufnahme, Verdauung
- Fortpflanzung
Die Amygdala dient vor allem der Speicherung von Gedächtnisinhalten, die den Menschen emotional sehr bewegt haben.
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Bei mir stehen Sie im Mittelpunkt, gerne unterstütze ich Sie auf Ihrem neuen Weg.
Mit besten Grüßen für Ihre Gesundheit, Ihre Heilpraktikerin Lena Brauer in München – Neuhausen
